Das Präsidium der Regierung der Tschetschenischen Republik Ichkeria spricht der Familie des verstorbenen Samuel Paty sowie dem Präsident Macron und dem französischen Volk im Namen des tschetschenischen Volkes sein tiefes Beileid aus.

Nachrichtenagenturen berichten, dass der 18-jährige Tschetschene Abdulakh Anzorov den Hochschullehrer Samuel Paty aus dem Pariser Vorort Conflans-Saint-Honorine wegen religiöser Intoleranz ermordet hat. Als Grund dafür wurde Demonstration in einer Geschichtsstunde einer unansehnlichen Karikatur des Propheten Muhammad genannt. Geplanter Mord ereignete sich 11 Tage nach dieser Unterrichtsstunde.

Solche Verbrechen wurden vom Kreml häufig gegen Volk der Tschetschenischen Republik Ichkeria organisiert, um sein Image in der Welt zu diffamieren und kriminelle Aggression zu rechtfertigen. So wurden am 7. Dezember 1998 in Tschetschenien vier Ingenieure der britischen Granger Telecom ermordet, ihre Köpfe wurden abgetrennt und in Dzhokhar (Grozny) ausgestellt. Moskau beschuldigte tschetschenische Seite, obwohl die Untersuchung ergab, dass die Fäden des Verbrechens nach Moskau führten und die mutmaßliche Mörder, unter denen sich auch Tschetschenen befanden, sich in Russland versteckten. Moskau reagierte mit einer Ablehnung des Antrags der Behörden Tschetschenischer Republik Ichkeria auf Auslieferung von Verdächtigen.

Die Tschetschenen verurteilen den Mord an Samuel Paty durch A. Anzorov, der sein Leben bei einer Schießerei mit Polizei verloren hat, aufs schärfste. Dabei ist es durchaus möglich, dass der Mörder von jemandem als blinde Waffe benutzt wurde, und zwar von denen, die barbarisches Ziel, ein neues russisches Reich auf dem gesamten Territorium der ehemaligen UdSSR zu schaffen, verfolgen.

Es ist kein Geheimnis, dass in religiöser Hinsicht einige diktatorische Regime im Nahen Osten Moskau helfen. Es ist denkbar, dass die Organisatoren solcher Verbrechen auf dem freien Fuß sind, dabei starben zwei Menschen, um einer fremden Idee zu dienen. Der tschetschenische Widerstand gegen die Aggression auf dem Territorium unseres souveränen, unabhängigen und demokratischen Staates wurde nicht gebrochen, er handelt weiterhin mit dem Verständnis, dass der Kampf um die Entbesetzung des Landes im Rahmen des Völkerrechts und der Verfassung der Tschetschenischen Republik Ichkeria intensiviert werden sollte.

Mentoren extremistischer Jugend und diese Jugendlichen selbst werden von Kremlpropaganda instrumentalisiert, um Moskaus Zielen zu dienen. Diese Menschen müssen begreifen, dass hierdurch das heldenhafte tschetschenische Volk statt von der Welt für seinen Kampf bewundert zu werden durch Klischees “radikale Islamisten”, “Schläger”, “Kriminelle”, “Separatisten” und dergleichen – abgestempelt werden kann.

Es ist auch bekannt, dass die Kremlbehörden die Vormachtstellung des Völkerrechts nicht akzeptieren. Moskau eroberte das gesamte Territorium der Tschetschenischen Republik Ichkeria, Teile Moldawiens, Georgiens, Ukraine und zielt heute auf Belarus. Für diese Regierung ist es zur Norm geworden, Gegner ihres Regimes auf der ganzen Welt zu verfolgen und zu töten. Dazu zählen die Präsidenten der Tschetschenischen Republik – Ichkeria D. Dudaev, Z. Yandarbiev, A. Maskhadov, A.-Kh. Sadulayev, sowie Politiker und Journalisten aus der Russland wie S. Yushenkov, A. Litvinenko, S. Magnitsky, A. Politkovskaya, N. Estemirova, S. Markelov, A. Baburova, B. Nemtsov…

Dazu zählt auch Vergiftungsversuch mit “Novichok” von Skripals und A. Navalny. Der brutale Mord am französischen Lehrer Samuel Paty richtet sich, unserer Meinung nach, gegen Regierung Frankreichs und der EU-Länder, um den politischen und ökonomichen Druck auf den Kreml durch Sanktionen zu schwächen. Die Gräueltat soll vom militärischen Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan, dem vom Kreml künstlich geschaffenen und von ihm unterstützten Konfrontationszentrum ablenken.

Der Mord an Samuel Paty fiel mit der Prüfung des Haager Gerichts über den Tod von 289 Passagieren des malaysischen Boeing zusammen, der am 17. Juli 2014 von einer Rakete über dem (vom Kreml kontrollierten) Gebiet der Region Donezk in der Ukraine abgeschossen wurde, zusammen.

Und in einer solch schwierigen internationalen Situation haben französischen Medien leider praktisch dem Kreml in die Hände gespielt, indem die Nationalität des Verbrechers akzentuiert wurde. Solche Verbrechen von Menschen aus unserem Volk können nicht dem gesamten tschetschenischen Volk zugeschrieben werden, was gleichermaßen für alle Völker der Welt gilt. Wir hoffen, dass dieses schreckliche Verbrechen durch französischen Behörden umfassend untersucht wird und warten auf Ergebnisse, um daraus zu lernen, Ähnliches in Zukunft zu verhindern.

Heute befindet sich das Territorium unseres Staates unter der vorübergehenden Besetzung durch die Machthaber der Russischen Föderation.

Das Präsidium der Regierung der Tschetschenischen Republik Ichkeria verurteilt alle Verbrechen gegen Moral und des Recht.

 

Akhyad Idigov

Vorsitzender des Präsidiums der Regierung der Tschetschenischen Republik Ichkeria.

19.10.2020